Kirchenchor - Jugendkantorei - Förderkreis Mariä Himmelfahrt Baienfurt
 Kirchenchor - Jugendkantorei - FörderkreisMariä HimmelfahrtBaienfurt

Im Gemeindeblatt   baienfurter   wurde am 01.12.2017 berichtet:

 

 

Grandioses Geistliches Konzert in der Marienkirche

 

Rekordbesuch belohnt 130 Mitwirkende

 


Zum 90-jährigen Jubiläum der 1927 eingeweihten Baienfurter Pfarrkirche hat der Förderkreis Kirchenmusik ein außerordentliches Konzert mit unserem Kirchenchor und
der Jugendkantorei am Totensonntag, 26. November
aufgeführt. Kaum einmal dürfte das mächtige Gotteshaus mit rund 650 Musikfreunden so überfüllt worden sein wie am vergangenen Sonntagabend, wo auch die Empore und über 50 Einzelstühle beidseits des Mittelgangs für den unglaublichen Besucherzustrom benötigt wurden.
Unter Leitung von Chordirigentin Kirchenmusikdirektorin Maria Hummel wurde „Credo“ - ein Glaubensbekenntnis in 12 Liedern - von Jochen Rieger sowie Beethovens „Messe in C“ op. 86 zu Gehör gebracht. Von den rund 80 Chormitgliedern, den 28 Zöglingen der Jugendkantorei und einem 30-köpfigen Orchester mit 4 Solisten wurde sicher eine Höchstleistung abverlangt.
Das seit über 1500 Jahren gebetete Glaubensbekenntnis „Credo“ ist weltweite Grundlage der Christenheit. Komponist Jochen Rieger schrieb eigens die Orchesterbegleitung für das 2016 entstandene Werk zur Baienfurter Aufführung. Schon in vergangenen Jahren wurden hier Riegers „Seligpreisungen“ und „Das Vater unser“ in Kirchenkonzerten präsentiert. Über Glaube, Menschsein, Tod und Auferstehung wurden die in zeitgemäßer Form gekleideten künstlerischen Liedtexte beeindruckend vermittelt und meisterhaft moduliert.

Ludwig van Beethoven (1770-1827) hat die „Messe in C“ 1807 im Auftrag von Fürst Nikolaus II. von Esterhazy zum Namenstag von dessen Gattin Maria Josepha Hermengilde von Liechtenstein geschrieben. Sie wurde in Eisenstadt uraufgeführt, Teile davon 1808 auch im „Theater an der Wien“. Eine deutsche Übersetzung des lateinischen Textes erschien erst im Herbst 1812. Von Kyrie über Gloria bis zum Sanctus sind ungewohnte musikalische Symbole zu entdecken, die weit über das damals Gängige traditioneller Messvertonungen hinausgehen. Deshalb ist die C-Dur-Messe in der Entwicklungsgeschichte ein zukunftsweisendes Werk der Kirchenmusik geworden.

Die vier Solisten interpretierten die 6 Textabschnitte in bestechender Präzision.

Es wirkten mit: Ingeborg Schöpf, Dresden - Sopran-, Ulrike Köberle, Überlingen - Alt -, Lothar Riehmann, Ravensburg - Tenor - und Hermann Locher, Tettnang - Bass -.

Nach dem strahlenden „Benedictus“ folgte im „Agnus Dei“ die zeitlos aktuelle Friedensbitte „Dona nobis pacem“ in begeisternder Intonation und perfekter Instrumentalbegleitung. Das Geläute der Kirchenglocken rundete das genußreiche Konzert ab. Danach brauste minutenlanger Beifall als Dank durch das Kirchenschiff. Diesen brachten anschließend im Kath. Gemeindehaus auch Pfarrer Erwin Lang und der Vorsitzende des Musikförderkreises Willi Muschel gegenüber der Gesamtverantwortlichen Maria Hummel zum Ausdruck wie auch allen Mitwirkenden, nicht zuletzt Wolfgang Baur an der Orgel bzw. Piano.

fg

In der Schwäbischen Zeitung Ravensburg wurde am 28.11.2017 berichtet:

 

Zum Kirchenjubiläum musikalische Kontraste

Großes Kirchenkonzert in Baienfurts blauer Kirche

von Dorothee L. Schaefer

Das Wetter war schon winterlich und ein eisiger Wind drängte die vielen Besucher in die dicht besetzte Kirche von Baienfurt, deren Blau die erstaunliche Fähigkeit besitzt, eine fühlbar geistige Wärme zu vermitteln - vielleicht deshalb, weil auch ein tiefblauer Sommerhimmel so leuchten kann. Der gesamte Kirchenchor und die 28 junge Stimmen zählende Jugendkantorei bildeten eine eindrucksvolle Pyramide unter dem Chorbogen, davor hatten das Orchesterensemble und auf der rechten Seite die Solisten Platz.

Der Kirchenchor mit 57 Erwachsenen, die Jugendkantorei, vier Solisten und ein Orchester mit 28 Instrumentalisten beim Kirchenkonzert in Mariä Himmelfahrt in Baienfurt: Maria Hummel dirigierte, rechts stehen die Sopranistin Ingeborg Schöpf, die Altistin Ulrike Köberle, der Tenor Lothar Riehmann und der Bass Hermann Locher.

 

Zwei höchst unterschiedliche Werke kamen zur Aufführung: als erstes das „Credo“, ein Glaubensbekenntnis in zwölf Liedern von Jochen Rieger (*1956), das der Komponist eigens für dieses Konzert mit einer Orchesterbegleitung versehen hatte. Die einzelnen Glaubenssätze sind in einfache Verse gefasst und werden zunächst immer vom Chor vorgestellt, um dann von den Solisten teilweise ergänzt und bekräftigt zu werden. Es ist ein eingängiges Werk, die oft beschwingte Musik ist mit viel Piano und viel ähnlichem Schlagzeugrhythmus garniert; häufige Tutti drängen sowohl den Text als auch die Solisten oft ein wenig an den Rand. Eine Komposition mit schönen Bläserstellen und instrumentalen Soli, wie gemacht für die glänzend aufgestellte und motivierte Jugendkantorei, die sich mit Schwung und vielen frischen Stimmen hineinwarf.

„Jetzt kommt die richtige Musik“, sagt der Sitznachbar beim Zwischenapplaus leise und lächelt. Wie wahr - und nach einer kurzen Pause beginnt Ludwig van Beethovens 1807 komponierte „Messe in C op. 86“ für Soli, Chor, Orchester und Orgel. Diese Messe und die 1823 entstandene „Missa Solemnis“ blieben die einzigen kirchenmusikalischen Werke Beethovens. Die sechs Teile der lateinischen Messe sind ab dem „Gloria“ in drei oder zwei Sätze aufgeteilt; das Hauptgewicht liegt beim Chor, die Gesangssoli spielen eher eine begleitende oder dialogische Rolle oder ordnen sich weitgehend unter - nur das „Benedictus“ ist stark vom Sopran geprägt.

Sehr schön meisterte der gesamte Chor, der vom Orchester mit einem Dutzend Bläsern, 13 Streichern sowie Truhenorgel und Pauke zuverlässig und sensibel begleitet und von Dirigentin Maria Hummel umsichtig geleitet wurde, anspruchsvolle Partien wie im Gloria „Qui tollis peccata mundi“ oder im „Credo in unum Deum“. Die beiden Schlussteile „Benedictus“ und „Agnus Dei“ mit dem „Dona nobis pacem“ berührten in ihrer präzisen musikalischen Ausformung, ein Verdienst der guten Vorbereitung. Insgesamt eine große gemeinschaftliche Leistung der rund 120 Mitwirkenden, die den langen herzlichen Applaus mehr als verdiente.

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B. Pfleghaar